Wo Arbeitslose Hilfe finden

In den Regionen Heinsberg und Mönchengladbach gibt es verschiedene Beratungsangebote

Arbeitslosigkeit bedeutet per se Krise. Die Pandemie verschärft die Situation noch. (c) Garnet Manecke
Arbeitslosigkeit bedeutet per se Krise. Die Pandemie verschärft die Situation noch.
Datum:
5. Mai 2021
Von:
Aus der KirchenZeitung, Ausgabe 18/2021 | Garnet Manecke

Die Kollekten des vergangenen Wochenendes kommen den Initiativen und Vereinen, die sich um Langzeitarbeitslose kümmern, zugute. Die sind durch die Corona-Pandemie nicht nur in ihren Angeboten eingeschränkt. Auch einige Geschäftszweige sind ganz oder zeitweise weggebrochen. Das bedeutet Finanzlöcher, die mit Spenden gefüllt werden müssen. Wer will, kann die Initiativen auch ganzjährig unterstützen.

Sowohl für Amos in Oberbruch als auch für den Volksverein in Mönchengladbach sind die Second-Hand-Läden wichtige Finanzquellen. (c) Amos e. G.
Sowohl für Amos in Oberbruch als auch für den Volksverein in Mönchengladbach sind die Second-Hand-Läden wichtige Finanzquellen.

AMOS e.G. Heinsberg Oberbruch  Neben der Sozialberatung für langzeitarbeitslose Menschen, für in Armut Lebende und für Menschen, die in prekären Arbeitsverhältnissen stehen, engagiert sich der Verein auch politisch. Zurzeit beteiligt er sich an einer Petition, um die Beschäftigungsverhältnisse in der häuslichen Betreuung zu legalisieren. Allein die Beratung ist vielschichtig und reicht vom Umgang mit Behörden bis hin zur Begleitung bei der Arbeitssuche. Dazu gehören auch Bewerbungstraining und die Hilfe bei der Zusammenstellung von Unterlagen. Ein zweiter wichtiger Faktor neben der Beratung ist bei Amos das Sozialleben: Die Kontakte, die sich zum Beispiel beim gemeinsamen Frühstück ergeben, helfen den Betroffenen, sich psychisch zu stabilisieren – ein Faktor gegen Vereinsamung.

Finanziert wird die Arbeit durch Erlöse in den Amos-Shops, in denen Kleidung und Haushaltsgegenstände aus zweiter Hand verkauft werden, sowie aus öffentlichen Zuschüssen und zu einem großen Teil aus Spenden. Letztere sind seit Ausbruch der Corona-Pandemie immer wichtiger geworden. Denn gerade das Geschäftsfeld mit Second-Hand-Artikeln ist wegen der zeitweisen Ladenschließungen eingebrochen.
www.amos-oberbruch.org   
 
Beratungsstelle für erwerbslose Menschen in Oberbruch und Geilenkirchen  Schon allein die Ankündigung eines Unternehmens, dass Stellen gestrichen werden, löst bei den Betroffenen oft das Gefühl der Hilflosigkeit aus. Wenn das Kündigungsschreiben im Briefkasten liegt, wird die Arbeitslosigkeit real. In Zeiten der Hochkonjunktur ist es oft möglich, einen neuen Job zu finden. Aber wenn in vielen Unternehmen Kurzarbeit ansteht, ein Einstellungsstopp gilt oder sogar Mitarbeiter entlassen werden, kann selbst der Zuversichtlichste spüren, wie die Existenzangst langsam nach ihm greift. Für Langzeitarbeitslose ist die Situation fast hoffnungslos. Für sie sinken die Chancen auf einen sozialversicherungspflichtigen Arbeitsplatz weiter.

In dieser Situation haben viele nicht die Kraft, sich alleine mit Ämtern auseinanderzusetzen. Allein die Anträge für das Arbeitslosengeld oder die Grundsicherung sind mehrere Seiten lang. Die Beratungsstelle für erwerbslose Menschen hilft bei der Beantragung von Hilfen, prüft Bescheide, zeigt berufliche Perspektiven auf und vermittelt im Bedarfsfall auch an andere soziale Einrichtungen, wie zum Beispiel die Schuldenberatung. Träger der Beratungsstelle sind die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung und andere katholische Einrichtungen.
www.kab-aachen.de 

 

Arbeitslosenzentrum Mönchengladbach   Wie auch die anderen Hilfseinrichtungen ist das Arbeitslosenzentrum (ALZ) in den vergangenen Monaten durch schwere 
Zeiten gegangen. Denn Arbeitslosigkeit bedeutet per se eine Krise. Mit der Pandemie ist diese Krise noch verschärft worden, als Angebote wie der gemeinsame Mittagstisch nicht mehr möglich waren. Die Ausgabe von Essensportionen an einen kleinen Kreis der Besucher ist da nur ein schwacher Ersatz. Denn es kommt nicht nur darauf an, eine warme Mahlzeit zu bekommen. Die Gespräche mit anderen als Nahrung für die Seele fehlen. Die Beratungsangebote hat das ALZ aufrecht halten können: per Video und telefonisch.
www.arbeitslosenzentrum-mg.de

 

Volksverein Mönchengladbach  Second-Hand-Handel, Produktion und Verkauf von Rapsöl, Holzwerkstatt: Im Volksverein gibt es einige Geschäftsfelder, die Menschen helfen, auf dem Arbeitsmarkt Fuß zu fassen – oder zumindest, ihr Leben zu strukturieren. Jugendlichen bietet der Volksverein eine Ausbildung an, Erwachsene werden in verschiedenen Bereichen qualifziert. Dazu gibt es – wenn nicht gerade eine Pandemie ist – ein abwechslungsreiches Kulturprogramm und Angebote wie Frühstück und Kochkurse. Corona hat alles auf ein Minimum reduziert oder unmöglich gemacht. Die Second-Hand-Läden sind stundenweise geöffnet, das Kulturprogramm ist ganz abgesagt. Beratungen finden vor allem online statt. Das ist nicht die erste Krise, durch die der Volksverein gehen muss. Schon öfter sah er sich finanziellen Herausforderungen gegenüber, wenn wieder öffentliche Zuschüsse gekürzt wurden.
www.volksverein.de