An der Schaufensterscheibe steht „Fachgeschäft für fair gehandelte Waren“. Besser bekannt ist es jedoch unter „Eine-Welt-Laden“. Dort stehen in diesem Frühjahr zwei schöne Ereignisse auf dem Programm: Die Einrichtung am Krefelder Westwall wird 50 Jahre alt und hat sich dafür bereits frisch herausgeputzt. Das heißt: Der Verkaufsraum wurde saniert, hell und modern gestaltet.
„Beachtlich ist, dass wir den Laden in den fünf Jahrzehnten bis heute nur mit engagierten Ehrenamtlichen aufrechterhalten und am Leben erhalten haben. Derzeit haben wir 25“, betont Christa Redeker, Vorsitzende seit 2018. Sie berichtet aus den Anfängen: „Es war die Zeit in den 70er Jahren, als der Gedanke lebendig wurde, die Probleme der ärmeren Länder auf der südlichen Halbkugel mehr ins Bewusstsein der Krefelder Bevölkerung zu bringen und Produkte von dort zu angemessenen Preisen zu verkaufen.“
Wer heute durch den hell und freundlich gestalteten Raum schlendert, befindet sich fast wie auf einer kleinen Weltreise: „Ausgewählte Kaffees, leckere Schokolade und schöne Geschenk- und Dekoartikel stammen von weither“, berichten die Ehrenamtlichen Barbara Freyth und Augusta Moreira-Genz. „Alles ist Handarbeit, so wie die in Nepal gefilzten Eierwärmer in Tierform wie Flamingo oder Huhn. Von dort kommen auch Körbe, Taschen und Geldbörsen. Alles sind Unikate.“ Es gibt künstliche, hübsche Blumen, Kerzen und Zahnbürsten.
„Das Besondere dieses Handels: Durch bessere Preise, Selbstbestimmung und Weiterbildungen stehen die Produzenten im Vordergrund“, sagt Redeker. „Unsere fair gehandelten, qualitativ hochwertigen und größtenteils bio-zertifizierten Lebensmittel beziehen wir von Importorganisationen, die vom Weltladen-Dachverband anerkannt sind.“
Der Verkaufserlös des Eine-Welt-Ladens am Westwall 62 fließt an zwei Projekte: „Haus der Sonne“, in dem mittellose Kinder und Jugendliche in Kamerun unterstützt werden, damit sie eine bessere Zukunft haben. Und: „Freunde von Mount Rosary in Indien zugunsten alter, kranker und bedürftiger Menschen.
Dass die Mitglieder des Eine-Welt-Ladens bis heute politisch engagiert sind, zeigt der jüngste Aufruf: „Süß statt bitter“ und hat das Thema Orangen aus Italien. Redeker: „Flüchtlinge aus Afrika werden dort für die Ernte eingesetzt und schlecht bezahlt.“
Seit Anbeginn sollte die Arbeit der ärmeren Bevölkerung wie der Kaffeebauer in Afrika oder Südamerika besser gewürdigt und auch bezahlt werden. „Der Gedanke schwappte aus den Niederlanden herüber. Wir waren einer der ersten Läden mit dieser Ausrichtung hierzulande. Sie war typisch für die Zeit.“ 1976 wurde der Verein noch als „Arbeitskreis Dritte Welt e.V.“ gegründet. Gerlinde Wientgen war die erste Vorsitzende. „Dann gefiel der Gedanke der einen Welt, in der wir leben, weshalb wir auch unseren Laden später in ,Eine-Welt-Laden‘ umbenannt haben.“
Damals gab es viele Gesprächskreise zu diesem und anderen Themen. Die Mitglieder beteiligten sich an vielen Anti-Apartheids-, Anti-Rüstungs- und Anti-Atomkraft-Demonstrationen und Friedensmahnwachen. „Wir versuchten, uns einzusetzen für Hoffnungen auf eine gerechtere Welt und haben dazu viel diskutiert“, erzählt Redeker. „Ein Bildband, der zum 50. Jubiläum herauskommt, wird die Geschichte verdeutlichen.“
Bis zum Jubiläum macht der Laden mit „5 fair Fridays“ auf sich aufmerksam. Am 10. April heißt es zwischen 10 und 18 Uhr: „50 Jahre Weltladen“: Eröffnung der Fotoausstellung zum Jubiläum. Außerdem gibt es für Besucherinnen und Besucher eine kleine Mitmach-Aktion. Unter dem Motto „Zieht euren fairen Moment“ gibt es einen kleinen Impuls zum Mitnehmen.
Die Öffnungszeiten des Eine-Welt-Ladens sind: Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag von 10 bis 18 Uhr. Mittwoch und Samstag 10 bis 14 Uhr.
Das Team des Weltladens freut sich immer über Menschen, die das ehrenamtliche Team des Eine-Welt-Ladens verstärken möchten. Neben der Arbeit im Laden sind Öffentlichkeitsarbeit oder die Bildungsarbeit weitere Einsatzfelder.
Ansprechpartnerin ist Christa Redeker: info@weltladen-krefeld.de oder Tel. (02151) 776376