Was im Gottesdienst so nicht gelesen wird

(c) Herder Verlag
Datum:
8. Apr. 2026
Von:
Aus der Kirchenzeitung, Ausgabe 08/2026 | Kathrin Albrecht

Die Bibel erzählt viele Geschichten über starke Frauen. Doch die Auswahl der Leseordnung in den Gottesdiensten berücksichtigt diese Geschichten weitgehend nicht und wenn, nur in stark gekürzter Form. 

Die Aachener Theologin und Autorin Annette Jantzen beschreibt in ihrem aktuellen Buch, „Die ignorierten Frauen der Bibel“, was die Leseordnung auslässt – und wie diese Auswahl (nicht nur) das katholische Frauenbild prägt und auch bedingt, warum die biblische Glaubensgeschichte als Männergeschichte begriffen wird. Entstanden ist ein höchst spannendes, lesenswertes Buch, das die Frauengeschichten der Bibel in den Mittelpunkt rückt. Leserinnen und Leser erleben Frauen, die Anführerinnen sind, Prophetinnen und Jüngerinnen, die aktiv handeln und über ihr Schicksal bestimmen – auch nicht immer ethisch vorbildlich. Doch ihre Perspektive könnte das Bild vervollständigen und Räume für Diskussionen eröffnen, die auch die aktuellen Debatten des Synodalen Weges prägen.  

Annette Jantzen: Die ignorierten Frauen der Bibel. Was im Gottesdienst nicht gelesen wird. Gebundene Ausgabe, 272 Seiten. Mit einem Vorwort von Schwester Philippa Rath OSB. Verlag Herder, Freiburg i. B. 2026, 24 Euro.