Volkstümlicher Glaube

Ein Standardwerk zu einer fast vegessenen Kunstform

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Datum:
27. Okt. 2017
Von:
Ruth Schlotterhose
„Sie sind so natürlich wie naturfern, so lieblich wie streng, so anspruchslos wie fordernd; und nur der hätte es leicht, sie zu erfassen, der noch eine schlichte Gläubigkeit besäße und sie hinnähme als das, was sie einmal waren: Andachtsbilder“ –

dieses Zitat von Eugen Roth bildet sozusagen die Einführung des opulent ausgestatteten Bands „Glauben. Andachtsbildchen von A–Z“. Mit unterschiedlichen Stichworten, wissenschaftlich seriös wie gleichermaßen humorvoll werden Geschichte und Merkmale eines untergegangenen künstlerischen Mediums umkreist. Das Standardwerk zur volkstümlichen Bildwelt des Glaubens erschließt nicht zuletzt aufgrund eines ausführlichen Registers Sakramente, Festtage, Heiligenviten, Wallfahrtsorte und vieles mehr – beim Schmökern kann man da schnell die Zeit vergessen. Mit Fadenheftung, Leineneinband und Schutzumschlag macht das Buch allein schon von außen einen imposanten Eindruck. Wer mag, kann die Schutzhülle auseinanderfalten und als Poster verwenden. Unter insgesamt 727 Einsendungen wurde der Prachtband im Wettbewerb der Stiftung Buchkunst „Die schönsten deutschen Bücher 2017“ in der Kategorie „Fachbücher, Wissenschaftliche Bücher, Sachbücher, Schulbücher“ ausgezeichnet.

Stefan Kraus, Ulrike Surmann, Marc Steinmann, Barbara von Flüe (Hg.): Glauben. Andachtsbildchen von A bis Z, ca. 640 Seiten, über 1500 farbige Abb., Kolumba. Kunstmuseum des Erzbistums Köln, Bd. 47, Köln 2016, Preis: 55,– Euro.