Das Drogenhilfezentrum (DHZ) in Krefeld besteht jetzt fast drei Jahre. Die Einrichtung ist in dieser Zeit szeneweit bekannt geworden und hat sich als Hilfsangebot sehr gut etabliert. Die Eröffnung sei ein richtiger und wichtiger Schritt für die Menschen und die Innenstadt gewesen, erklären Stadt und Caritas – letztere als Träger.
In der Einrichtung werden verschiedene Angebote für drogenabhängige Menschen gebündelt. Dazu gehören neben einem Drogenkonsumraum das Café Pause als Aufenthalts- und Beratungsstelle sowie ein niedrigschwelliges medizinisches Angebot.
„Der Drogenkonsumraum ist ein geschützter Raum, in dem suchtkranke Menschen ihre mitgebrachten Drogen unter hygienischen und wertschätzenden Bedingungen beaufsichtigt konsumieren können“, sagt Sebastian Dückers, Sachbereichsleitung Alkohol- und Drogenhilfe bei der Caritas.
Die Mitarbeiter im Zentrum weisen die Besucher gerne auf das Beratungsangebot und auf das Informationsmaterial im Tagestreff hin. Für Konsumierende illegaler Drogen kann das Zentrum deshalb weit mehr sein: Das Angebot stellt eine Überlebenshilfe dar. Das vorrangige Ziel des DHZ ist das Sichern von Überleben und die Reduzierung von gesundheitlichen Schäden, die durch Überdosierungen und Infektionskrankheiten entstehen können.
„Die Einrichtung wurde von Anfang an von unseren Klientinnen und Klienten prima angenommen“, berichtet Dückers. „Im ersten Jahr sind die Besucherzahlen ebenso kontinuierlich gestiegen wie die Anzahl der im Drogenkonsumraum durchgeführten Konsumvorgänge. Heute haben sich die Zahlen auf einem stabilen Niveau eingependelt.“
Derzeit nutzten 145 verschiedene Personen den Konsumraum innerhalb eines Monats, berichtet der Fachmann weiter. „Manche Konsumenten kommen bis zu dreimal täglich.“
Der Hauptanteil der Klientinnen und Klienten ist zwischen 35 und 55 Jahre alt. Die Altersgruppe von 18 bis 25 Jahre sei eher gering vertreten. „Menschen, die nicht in Krefeld gemeldet sind, dürfen den Konsumraum nur einmal im Monat nutzen. Er ist Krefelderinnen und Krefeldern vorbehalten, um den Zustrom aus anderen Städten zu verhindern.“
Auch die Besucher wurden nach ihrer Zufriedenheit gefragt. Dückers: „Das Ergebnis zeigt: Sie sind froh, einen Platz zu haben, an dem sie akzeptiert und nicht verurteilt werden. Sie beschreiben das Angebot als ,echte Unterstützung‘ und schätzen die Hilfe, die sie selbstbestimmt und ohne Zwang in Anspruch nehmen können.“ Denn das sei ihr großer Wunsch gewesen: „Einen Ort in der Stadt zu haben, an dem sie einfach ,sein‘ dürfen. Ein weiterer ist, dass viele Wohnungslose das Bedürfnis nach mehr Schlafmöglichkeiten haben.“
Im Haus finden sich die Nutzer durchaus zu Gemeinschaften zusammen. Jedoch seien diese oft zweckmäßig, erklärt Dückers. Es gibt ein DHZ-Tischtennisturnier. Zudem wird der Außenbereich am Haus an der Schwertstraße von den Besuchern gepflegt.
Viele Anwohner hatten im Vorfeld gegen die Pläne protestiert, dass ein DHZ an der Schwertstraße eingerichtet wird. Trotzdem hat der Rat seine Genehmigung gegeben, verbunden mit der Absicht, beispielsweise mehr Streifen von Polizei und Ordnungsdienst rund um das Haus einzusetzen.
Aus dem Presseamt der Stadt verlautet: „Aktuell gibt es keine besondere Beschwerdelage oder offene Punkte.“