In vielen Orten sind die Sternsinger schon unterwegs, klingeln an den Haustüren, schreiben den Segensspruch „20*C+M+B+26“ an die Haustüren und bitten zugleich um Spenden für weltweite Projekte, die Kinder schützen, fördern und ihnen eine bessere Zukunft ermöglichen.
Die seit 1959 bestehende Aktion Dreikönigssingen des Kindermissionswerks ist die größte ihrer Art von Kindern für Kinder. Auch im Bistum Aachen engagieren sich jedes Jahr viele Gruppen. Im Vorfeld ist viel Arbeit notwendig, damit sich rund um den Jahreswechsel die Sternsinger auf den Weg machen können. Wir haben exemplarisch in den Regionen Eifel und Düren einmal bei den Vorbereitungen über die Schulter geschaut.
In Düren hat die Vorbereitung beispielsweise bereits im Oktober begonnen, erstmals gemeinsam für den Pastoralen Raum. „Wir haben alle örtlichen Koordinatorinnen und Koordinatoren eingeladen und uns überlegt, wie wir die Sternsinger-Aktion im Januar gestalten“, berichtet Gemeindereferentin Melanie Thelen. An den Schulen wurden im Vorfeld Flyer verteilt, ebenso an die Erstkommunion-Kinder und an die Messdienerinnnen und Messdiener. Lief die Vorbereitung erstmals auf Ebene des Pastoralen Raums, werden die Sternsinger in den einzelnen Gemeinden unterwegs sein.
„Städtisch ist es schwieriger als in ländlichen Gemeinden, aber wir kommen ganz gut über die Runden“, freut sich Melanie Thelen, dass es Jahr für Jahr gelingt, Kinder, Jugendliche und auch Erwachsene, die als Begleitpersonen mit unterwegs sind, für die Aktion zu begeistern. Die Vorbereitung umfasst aber nicht nur die organisatorische Planung, sondern auch eine inhaltliche Auseinandersetzung mit dem jeweiligen Motto und den Beispielländern. In der Kirche St. Josef fand daher bereits zwei Mal ein „Sternsingerkino“ statt, bei dem es Infos zur Aktion und den aktuellen Film des Kindermissionswerkes gab.
„Viele Jahre machten sich Anfang Januar die Messdiener und Kommunionkinder der Pfarrgemeinde St. Johannes Baptist Mechernich als Sternsinger auf den Weg und besuchten alle Haushalte des Kernortes. Aber eine wachsende Stadt und eine immer kleiner werdende Messdiener- und Kommunionkinder-Schar machten es unmöglich, alle Haushalte innerhalb einer zumutbaren Zeit zu besuchen. Es musste eine Alternative gefunden werden“, berichtet Agnes Peters von Veränderungen, die auch andere Organisationsteams vor Herausforderungen stellen. Seit einigen Jahren gehen nun etwa 30 bis 35 Kinder an zwei Nachmittagen zu den Menschen, die sich im Vorfeld im Pfarrbüro angemeldet haben. Im Pastoralen Raum Düren beispielsweise gibt es dafür in allen Kirchen „Sternsinger-Boxen“.
„Das ist für die Kinder einfach schöner, denn sie sind in diesen Haushalten herzlich willkommen. Am Ende eines jeden Sammeltages sind die Kinder sehr stolz auf ihr Sammelergebnis und natürlich auf die Süßigkeiten, die sie als Belohnung von den Leuten erhalten“, berichtet Agnes Peters. Die Menschen, alte wie junge, seien teils zu Tränen gerührt, wenn die Kinder ihren Spruch aufsagen und „Stern über Bethlehem“ anstimmen. Das feierliche Aufkleben des Segens sei für alle immer ein besonderer Moment. Auf der einen Seite sei die Spendenbereitschaft „ungebrochen sehr großzügig“, die Verantwortlichen für die Sternsingeraktion im ganzen Pastoralen Raum Mechernich stellen aber fest, dass immer weniger Kinder bereit sind mitzumachen, berichtet Agnes Peters: „In manchen Orten gehen in diesem Jahr leider keine Sternsinger. Die Segensaufkleber kann man dann gegen eine kleine Spende bei einem Seniorennachmittag oder in einer Kirche abholen.“
„Wir helfen gerne – und die Reaktionen der Menschen sind einfach wunderbar“, berichten die Freundinnen Naya Obermüller (14) und Siiri Heinze (13) von ihren Erfahrungen. Seit Jahren sind die beiden Dürenerinnen schon Sternsinger, einer der „Dienstältesten“ ist Patrick Geuenich. Seit seiner eigenen Messdiener-Zeit ist er dabei, also seit rund 30 Jahren. Noch früher geht es für Kinder im Eifel-Örtchen Krekel los, wo viele Sternsinger noch im Kinderwagen sitzen, berichtet Organisatorin Sarah Larres schmunzelnd. Ihre eigenen Jungs waren schon mit einem Jahr „im Einsatz“. „Die Menschen sind sehr froh, dass die Sternsinger hier noch gehen“, berichtet sie. Damit dies jedes Jahr aufs Neue möglich ist, wird auch hinter den Kulissen viel getan. So gibt es beispielsweise Nachmittage, an denen gebacken, gebastelt und gespielt wird, und zum Abschluss ein Kinderkino mit Snacks zum Film.