Nun geht es in die Gemeinde

Im zweiten Ausbildungsjahr liegt für Gemeindeassistentin Birgit Schmidt der Schwerpunkt in der Praxis

Kinderbibelwoche, Beerdigungsdienst oder die Arbeit in der KFD: Das Aufgabenspektrum hat sich für Birgit Schmidt im zweiten Jahr ihrer Ausbildung zur Gemeindereferentin erweitert. (c) Garnet Manecke
Kinderbibelwoche, Beerdigungsdienst oder die Arbeit in der KFD: Das Aufgabenspektrum hat sich für Birgit Schmidt im zweiten Jahr ihrer Ausbildung zur Gemeindereferentin erweitert.
14. Jan 2020
Aus der KirchenZeitung, Ausgabe 03/2020 | Garnet Manecke

Halbzeit in der Ausbildung zur Gemeinde-referentin: Im ersten Jahr ihrer Assistenzzeit war Birgit Schmidt im Schuldienst eingesetzt. Die Arbeit mit Kindern macht zwar immer noch einen großen Teil ihrer Aufgaben aus, aber ihr Spektrum hat sich erweitert. Die Gemeindeassistentin ist im zweiten Jahr ihrer Ausbildung intensiver in die Gemeindearbeit eingebunden.

Die Schulzeit liegt erst einmal hinter ihr. Nicht nur ihre persönliche, sondern auch der Schuldienst im Rahmen ihrer Zeit als Gemeindeassistentin. Neue Aufgaben warten auf Birgit Schmidt – aber „ihre“ Kinder sieht sie immer noch. Manchmal begegnet sie ihnen auf der Straße, wenn sie in der Pfarrei Herz Jesu der GdG Rheydt-West unterwegs ist. Oder aber bei Gelegenheiten wie der Erstkommunionvorbereitung, in die die 47-Jährige seit vergangenen Herbst aktiv mit eingebunden ist. 

Ein besonderes Erlebnis war die Erstkommunionfahrt mit den Mädchen und Jungen. „Die habe ich vergangenes Jahr zum ersten Mal erlebt“, sagt sie. Wenn sie sich an die Tage im Haus St. Georg in Wegberg erinnert, strahlen ihre Augen. „Das ist ein ganz besonderes Erlebnis, weil man die Kinder dann nochmal ganz anders kennenlernt – ihre Talente und was sie bewegt.“ Nicht nur für die Gemeindeassistentin ist die Fahrt ein Erlebnis, an das sie sich gerne erinnert. „Die Kinder erinnern sich lange daran. Auch Jugendliche, die mir in der Gemeinde begegnen, reden noch davon“, erzählt Schmidt. „Für mich macht das die Erstkommunionvorbereitung noch mal viel schöner.“

Auch wenn die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen – Birgit Schmidt begleitet zusätzlich die Firmenkatechese und die Kinderbibelwoche – einen großen Teil ihrer Arbeitszeit in Anspruch nimmt, wird die Gemeindeassistentin im zweiten Jahr ihrer Ausbildung „erwachsener“. Die Begleitung der in der KFD engagierten Frauen in der Gemeinde gehört dazu. Zum Beispiel in Form des Informationsabends zum Thema des Weltgebetstages.

 

Das zweite Jahr ihrer Ausbildung ist zwar prüfungsfrei, Theorie wird dennoch gelehrt 

Ihr Engagement im Beerdigungsdienst war ihr von Anfang an wichtig. Deshalb hat sie schon im ersten Ausbildungsjahr die Qualifikation dafür gemacht. Im Sommer wurde sie für den Beerdigungsdienst beauftragt. „Ich merke, dass ich gut mit dem Dienst umgehen kann“, sagt sie. Sie kann sich in der nötigen Form abgrenzen und dennoch die Trauernden mitfühlend in ihrem Schmerz begleiten. Schon bevor sie die Ausbildung für den Beerdigungsdienst begann, war sie zwar davon überzeugt, dass ihr diese Aufgabe liegen könnte. Vorsichtig war sie dennoch. „Vor meiner ersten Beerdigung habe ich mir noch keine eigene Albe gekauft, sondern eine von denen genommen, die hier im Haus im Schrank hängen“, erzählt sie.

Aber nach ihrer ersten allein durchgeführten Beerdigung habe sie gewusst, dass sie in diesem Bereich weiterarbeiten will, und sich eine eigene Albe gekauft. Halbzeit ist auch die Zeit, einmal eine kurze Zwischenbilanz zu ziehen: Hat die Ausbildung ihre Einstellung zum Leben und Glauben verändert? „Es hört sich komisch an, aber ich bin zufriedener geworden“, sagt Birgit Schmidt. Auch vor ihrer Ausbildung sei sie nicht unzufrieden mit ihrem Leben gewesen. Aber sie merke nun, dass ihre Arbeit sinnstiftend sei: für sie, aber auch für andere. „Es macht mir sehr viel Freude, immer vor Ort auf Menschen zu treffen“, sagt sie. „Das macht mich sehr zufrieden.“ 

Das Gefühl, nun in der Arbeit in der GdG Rheydt-West angekommen zu sein, trage dazu bei. „Die Mischung und Vielfalt der Aufgaben finde ich sehr reizvoll“, sagt Schmidt. Im zweiten Ausbildungsjahr kann sie sich voll auf diese Aufgaben konzentrieren. Denn dieses Jahr ist prüfungsfrei. Die theoretische Qualifikation besteht vor allem aus Workshops und Werkwochen: Auf dem Plan stehen Themen wie Leitungskompetenz, Caritas, Rhetorik und Homiletik (Geschichte und Theorie der Predigt). Im Februar wird sie an einer Exerzitien-Woche teilnehmen. Erst im dritten Ausbildungsjahr warten nochmals Prüfungsaufgaben auf die Gemeindeassistentin. Dann wird sie, wenn alles planmäßig läuft, ab Sommer 2021 Gemeindereferentin sein.