Wer an Seelsorge denkt, hat dabei nicht automatisch ein Lagerfeuer und den Sternenhimmel vor Augen. Doch genau solche Offroad-Waldexerzitien und Erlebnisse unter freiem Himmel gehören zur breiten Palette der Angebote der Seelsorge in Nationalpark Eifel und Vogelsang.
Rein in den Wald und raus aus dem Alltag, in und mit der Natur leben und sich auf sie einlassen, das bedeutet: Übernachten unter dem Sternenhimmel, die Natur mit allen Sinnen intensiv erleben, zur Ruhe kommen mit den Geräuschen des Waldes, sich mit Tieren und Pflanzen verbunden fühlen, sich inspirieren lassen.
Bei diesem Angebot tauchen die Teilnehmenden in die Atmosphäre des Waldes ein, die eigenen Naturerfahrungen sollen die eigene Haltung zur Natur und das eigene Handeln beeinflussen. Die Offroad-Waldexerzitien sind nur ein Beispiel von ganz vielen unterschiedlichen Angeboten für alle Altersgruppen, die allen Menschen offen stehen – vom Kraftschöpfen über Resilienz-Training in der Natur bis zur Bewältigung von Lebenskrisen und Trauer.
Die Natur ist in vielfältiger Weise bedroht. Die Lebensqualität und oft sogar das Überleben von vielen Menschen, Tieren und Pflanzen selbst ist gefährdet. Es braucht daher die Anstrengung aller, die Schöpfung als gemeinsames Haus für die gesamte Menschheit und für alle Geschöpfe zu bewahren.
Auch die Kirchen sind gefragt, Nachhaltigkeit, Umwelt- und Klimaschutz ins Zentrum ihres Handelns zu stellen und die Option für die Armen auf alle bedrängten Geschöpfe auszuweiten. Hierfür wiederum braucht es auch kirchliche Erfahrungs- und Lernorte. Als ein solcher versteht sich die Seelsorge in Nationalpark Eifel und Vogelsang. Sie ist ein Ort von Kirche, der mit seinen Angeboten und Veranstaltungen Menschen zu einem nachhaltigeren Lebensstil inspiriert, motiviert und anleitet.
„Die meisten heute lebenden Menschen kennen unser Land nur als den Menschenrechten verpflichtet, demokratisch und frei. Dass jedoch die Menschenwürde und unsere Verfassung nicht selbstverständlich sind, sondern immer wieder angegriffen werden, zeigt eindrücklich die menschenverachtende nationalsozialistische Ideologie, der man bis heute in der monumentalen Anlage der einstigen NS-Ordensburg Vogelsang anschaulich begegnen kann.
Vogelsang macht gerade auch in der heutigen Zeit, in der rechtspopulistische Parteien und rassistische sowie antisemitische Einstellungen an Zulauf gewinnen, deutlich, dass unsere demokratischen Grundwerte immer wieder neu vergewissert, eingeübt und verteidigt werden müssen“, rückt Pastoralreferent Georg Toporowsky als Team-Leiter die beiden Wirkungsorte in den Fokus: den Nationalpark Eifel, aber auch die ehemalige NS-Ordensburg. Die Seelsorge in Nationalpark Eifel und Vogelsang möchte zur Auseinandersetzung beitragen, wie Menschenrechte und Demokratie heute gelebt werden können und was jeder Einzelne dazu beitragen kann, respektvoll mit sich und anderen Menschen umzugehen und hierfür einzustehen.
Aufbrechen und den Morgen genießen
Sonntag, 12. April, 6:15 - 10:15 Uhr. In der Morgenstille das Erwachen des Tages erleben, die Sonne über dem Kermeter aufgehen sehen und den Blick über den Urftsee genießen.
Treffpunkt: Parkplatz Walberhof, Anmeldung bis zum 1. April.
Klang. Raum Natur
Freitag, 24. April, 17 Uhr, bis Sonntag, 26. April, 13 Uhr. Ein Wochenende im Nationalpark, um den Klängen der Natur zu lauschen – voll Achtsamkeit, Musik, Staunen und Musizieren. Rund um Gemünd, Anmeldeschluss: 13. März.
Mehr Angebote: www.nationalparkseelsorge.de