Mahlzeit mit Mehrwert

In „Christus unser Friede“ in Kohlscheid stiftet ein Mittagstischangebot Gemeinschaft in den Gemeinden

Die guten Küchengeister im Hintergrund des Kohlscheider „Ess-Cufés“. (c) Andrea Thomas
Die guten Küchengeister im Hintergrund des Kohlscheider „Ess-Cufés“.
Datum:
7. Jan 2020
Von:
Aus der KirchenZeitung, Ausgabe 02/2020 | Andrea Thomas

Die Tische im Pfarrsaal beginnen sich zu füllen. Aus der benachbarten Küche riecht es bereits appetitlich. Das Ehrenamtlichen-Team steht bereit, seine Gäste zu bewirten. Jeden ersten und dritten Dienstag im Monat öffnet unter der Kirche in Kämpchen das „Ess-Cufé“ seine Pforten für alle, die ein Bedürfnis nach einer warmen Mahlzeit in netter Gesellschaft haben.

Entstanden ist das „Ess-Cufé“ (eine Wortschöpfung aus Essen, der Abkürzung für „Christus unser Friede“ und Café) vor einem Jahr auf Initiative von Diakon Bruno Ortmanns. Sein Anliegen: „Menschen mit kleinerem Geldbeutel auf eine niedrigschwellige, einladende und wertschätzende Weise anzusprechen.“ Das Mittagessen soll dabei unter anderem als „Türöffner“ dienen, um auch über andere Dinge, die jemanden beschäftigen oder belasten, ins Gespräch kommen zu können. Diese Zielgruppe erreichten sie noch nicht in dem Maße wie gedacht, doch der Anteil sei übers erste Jahr hinweg gewachsen, und am Ende komme es darauf an, nah an den Menschen zu sein, ob die nun arm oder einsam seien oder einen Gemeindetreffpunkt schätzten. „Viele ältere Damen, die meisten verwitwet, freuen sich zum Beispiel, so unter Leute zu kommen“, fasst Bruno Ortmanns zusammen. Einige kämen schon etwas früher oder blieben hinterher noch ein wenig, um zu plaudern.

Die Zahl der Gäste hat sich bei 30 bis 40 eingependelt, die der ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer auf zehn. Das Essen, bestehend aus Vorspeise oder Salat, einem Hauptgericht mit oder ohne Fleisch sowie Nachspeise, bekommt das „Ess-Cufé“ über die Küche des Nell-Breuning-Hauses. Ein rosa Spendenschwein freut sich über „Futter“ – die Gäste zahlen, was sie können. Der besseren Planung wegen ist eine Anmeldung über eine ausliegende Liste oder übers Pfarrbüro erwünscht.  Sonst laufen die Dienstage mit Mittagstisch ungezwungen in freundlicher Atmosphäre ab.

In der Schlange zur Essensausgabe wird gescherzt und geplaudert, und auch beim Tellerfüllen entspinnen sich immer wider Gespräche zwischen Gästen und Ehrenamtlern. „Mancher erzählt dann, was ihn beschäftigt, und wenn es geht, vermitteln wir ihn weiter an jemanden, der helfen kann“, berichtet eine der Ehrenamtlichen. Oder man höre einfach zu, was oft auch schon eine Hilfe sei.

Übers Jahr sei hier nicht nur ein gutes Team zusammengewachsen, stellt Ortmanns zufrieden fest; es entstünden auch neue Ideen. So würde Udo Holcher gerne ein „Repair-Cufé“ gründen. Etwas, das er in Dortmund, wo er früher gewohnt hat, kennen- und schätzen gelernt hat. „Heimwerker oder Leute, die früher im handwerklichen Bereich tätig waren, übernehmen kleine Reparaturen an defekten Geräten oder kleine Holzarbeiten, beispielsweise wenn eine Schublade kaputt ist“, erläutert er. Neben einem Hilfsangebot entstehe so ein weiterer Treffpunkt.

An einem „Repair-Cufé“ Interessierte melden  sich unter E-Mail: u.holcher@t-online.de.

Der Mittagstisch im Ess-Cufé

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