Konstant für Gott Bahn für Bahn ziehen

Norbert Häusler ist im Dom zu Aachen von Bischof Helmut Dieser zum Ständigen Diakon geweiht worden

Im hohen Dom zu Aachen wurde in einer Festmesse die Weihe vollzogen. (c) Bistum Aachen/Anja Klingbeil
Im hohen Dom zu Aachen wurde in einer Festmesse die Weihe vollzogen.
Datum:
5. Mai 2022
Von:
Aus der KirchenZeitung, Ausgabe 18/2022

„Glauben ist nicht einfach, das ist Arbeit, und da muss man auch schon mal dran bleiben“, sagt Norbert Häusler aus der Gemeinschaft der Gemeinden (GdG) Giesenkirchen-Mülfort. Er ist von Bischof Helmut Dieser im Aachener Dom zum Ständigen Diakon geweiht worden. 

Norbert Häusler, Lehrer im Zivilberuf, ist zum ständigen Diakon geweiht worden. (c) privat
Norbert Häusler, Lehrer im Zivilberuf, ist zum ständigen Diakon geweiht worden.

Der 45-Jährige spricht auch aus eigener Erfahrung. „Auch ich war schon einmal distanziert, aber dann habe ich wieder zurückgefunden“, erzählt er. Warum? „Weil ich denke, dass die Botschaft Jesu auch heute noch relevant sein kann für das eigene Leben“, sagt Norbert Häusler. Wie das gelingen kann, aus dieser Frage heraus dachte Norbert Häusler darüber nach, was er tun kann, dass die Botschaft des Glaubens weiter in der Welt ist und zu den Menschen kommt. Der Schritt, sich auf den Weg zu machen, um Ständiger Diakon zu werden, war für ihn also ein folgerichtiger. „Was mich besonders fasziniert, sind die Freude an der Liturgie und die Freude am Umgang mit Menschen“, erzählt der Mönchengladbacher.

Geboren wurde Norbert Häusler am 4. Februar 1977 in Mönchengladbach. Er ist verheiratet, hat zwei Kinder (8 und 6 Jahre) und lebt im Mönchengladbacher Ortsteil Schelsen. Im Zivilberuf arbeitet er als Lehrer am Erasmus-von-Rotterdam-Gymnasium Viersen, unterrichtet in den Fächern Katholische Religionslehre und Geschichte. Zusätzlich ist er Jahrgangsleiter des Jahrgangs Q1 der Oberstufe.

Nicht nur im noch teilweise landwirtschaftlich geprägten Heimatort von Häusler gibt es den Ausdruck auf Platt: „Im Beu sein“. Bedeutung: Der Landwirt, welcher sich mit dem Mähdrescher auf das Feld begibt und das Getreide erntet, ist „im Beu“, befindet sich in der Ernte. Wie funktioniert Ernte auf dem Getreidefeld? „Indem man Bahn für Bahn zieht, konstant das Feld bearbeitet und die Sache ‘durchzieht’. Das ist im Beu sein, auf dem Feld sein, Bahn für Bahn ziehen.“ Dem angehenden Ständigen Diakon Norbert Häusler ist dieses Bild der Getreideernte mit den Mähdreschern seit Kindestagen bekannt, wenn er auch nur weitläufige landwirtschaftliche Wurzeln besitzt.

Dieses Bild des „im Beu Seins“ möchte er sich als Diakon zu eigen machen beziehungsweise versuchen, sich diesem Bild mit allen Fehlern und Schwächen anzunähern, bedeute es doch für das Reich Gottes, konstant seine Bahnen zu ziehen, im Feld oder auch Weinberg des Herrn zu sein. Sozusagen draußen zuhause, in der Welt tätig, für die Welt und die Menschen arbeitend. „Ich freue mich deshalb sehr auf den Dienst als Ständiger Diakon“, sagt Norbert Häusler.

Weihe Ständiger Diakone

Das Zweite Vatikanische Konzil hatte nach 1.000 Jahren Unterbrechung das urchristliche Amt des Ständigen Diakons wieder eingeführt. Im Bistum Aachen werden im Regelfall alle zwei Jahre Ständige Diakone geweiht. Die Weihekandidaten bereiten sich über vier Jahre gemeinsam mit anderen Männern aus den (Erz-)Bistümern Köln und Essen auf ihren zukünftigen Dienst in der Seelsorge vor. In dieser Zeit erhalten sie eine fundierte theologische und spirituelle Ausbildung. Nach der Weihe schließt sich eine anderthalbjährige Berufseinführungszeit an. Diakone taufen, trauen und beerdigen, sie assistieren dem Priester in der Eucharistiefeier und leiten andere Gottesdienstformen. In erster Linie sollen Diakone aber in den Gemeinden caritativ wirken und Menschen in unterschiedlichen Notlagen zur Seite stehen.