Haydns Cello-Konzerte

CD-Einspielung mit dem Orquestra Gulbenkian und Pavel Gomziakov

Hörtipp KiZ 39 (c) Onyx
Hörtipp KiZ 39
Datum:
20. Sept. 2016
Von:
Josef Schneider
Joseph Haydn (1732–1809) schrieb mehrere Cellokonzerte; die genaue Anzahl ist nicht sicher.

.Auch vom bekanntesten Konzert in D-Dur, einem der Werke unserer CD, weiß man erst seit dem Auffinden der Handschrift im Jahre 1954, dass es wirklich ein Werk Haydns ist. Das anspruchsvolle Konzert mit seiner melodischen Fülle gibt dem Cello die Möglichkeit, sich klanglich zu entfalten. Kadenzen schrieb Haydn nicht, sah aber Stellen dafür vor. Man darf das als besondere Wertschätzung des Solisten verstehen, der vermutlich ein Mitglied von Haydns Orchester war und dadurch die Möglichkeit hatte, sein technisches Können mit eigenen Ideen darzustellen. Anregungen dazu kamen mit Sicherheit aus den drei je anders geartete Sätzen. Beim ersten Satz in Sonatenform steht das Musizieren zwischen Solist und Orchester im Vordergrund. Der langsame Satz in dreiteiliger Liedform betont ausdrucksvolle Kantabilität. Das abschließende temperamentvolle Rondo ist ein munterer Kehraus mit mehreren unterschiedlichen Couplets. Pavel Gomziakov, der Solist dieser CD, drückt in einem Brief an seinen einstigen Lehrer die Begeisterung über das Stradivarius Cello aus, das ihm das Nationalmuseum in Lissabon für die Einspielung zur Verfügung gestellt hatte und beweist im Musizieren mit dem Orquestra Gulbenkian und dessen Konzertmeister Erik Heide, dass er diese besondere Gelegenheit genutzt hat. Das Booklet gibt auch Hinweise zu den anderen miteingespielten Werken von J. Haydn, darunter das Cello-Konzert C-Dur.

Joseph Haydn: Cello -Konzerte u.a. (ONYX 4151)