Glaube entdecken

Einen Tag lang erkundeten Vorschulkinder aus dem ganzen Bistum den Dom und Aachen

Rund 2100 Kinderpilger machten sich auf den Weg zum Aachener Dom.. (c) Bistum Aachen/Andreas Steindl
Rund 2100 Kinderpilger machten sich auf den Weg zum Aachener Dom..
Datum:
1. Juli 2026
Von:
Aus der Kirchenzeitung, Ausgabe 14/2026 | Marco Führer

Sarah und Luise haben nicht viel zu erzählen. Im Schatten des Doms warten die Vorschulkinder aus Vaalserquartier darauf, endlich die Kirche von innen sehen zu können. Marlo hingegen macht aus seiner Begeisterung kein Geheimnis: Er erzählt vom heiligen Franziskus und vom Sonnengesang, den er im Kindergarten extra für das Kinderpilgern geübt hat

 „Franziskus hat die Welt und die Bäume gelobt“, sagt Marlo. „Und er hat alle seine Sachen verschenkt.“ Sarah lässt ihren Blick über den Dom schweifen, Luise zu anderen Gruppen, Kindern mit bunten Mützen und Pilgerstäben.

Etwa 2100 Kinder sind nach Aachen zum Kinderpilgertag gekommen. Für die meisten ist es der erste große Ausflug ohne die Eltern.

Höhepunkt für viele: Ein Treffen mit dem Bischof. (c) Bistum Aachen/Andreas Steindl
Höhepunkt für viele: Ein Treffen mit dem Bischof.

Während die Sommersonne den Domhof aufwärmt, ist es im Dom kühl. Die Blicke der Kinder gehen beim Einmarsch zur 31 Meter hohen Kuppel. Danach setzen sie sich ins Oktogon, auf den Boden. Es riecht nach Weihrauch. Der Klang der Orgel hallt. Domkapitular Hannokarl Weishaupt feiert mit den Kindern einen Kurzgottesdienst. Und singt dann mit ihnen den Sonnengesang, den Marlo geübt hat.

Beim diesjährigen Kinderpilgertag geht es um den heiligen Franziskus, der vor 800 Jahren gestorben ist. Deshalb haben sich die Kleinen vor ihrer Fahrt nach Aachen mit dem Heiligen und seinem Sonnengesang auseinandergesetzt – einem Gebet, in dem er Gott für die Schöpfung preist.

 

Im Anschluss an die Kurzgottesdienste dürfen die Gruppen den Dom erkunden. Finn und Marie aus Wegberg freuen sich darauf schon seit Tagen. Die zwei sind sich einig: An ihrer Fahrt nach Aachen sei einfach alles toll. Marie zählt Dinge auf, die sie zum ersten Mal gesehen hat: den Thron von Karl dem Großen, Löwenköpfe an einer Tür. An einen Geschichtenerzähler in einem Zelt erinnert sich Finn – einer von mehreren Programmpunkten in Aachen.

In der Citykirche stand Trommeln auf dem Programm. (c) Bistum Aachen/Andreas Steindl
In der Citykirche stand Trommeln auf dem Programm.

Ulrike Riemann-Marx, Referentin für Kita-Pastoral und Religionspädagogik, und Elke Fabry, für die Kitas im Bistum verantwortlich, planen das jährliche Kinderpilgern immer zwei Jahre im Voraus. „Wir haben einiges zu tun“, erläutert Riemann-Marx. „Aber wenn ich in die glücklichen Gesichter blicke, weiß ich, dass sich die schlaflosen Nächte gelohnt haben.“

Nach einem langen Tag versammeln sich die Kleinen auf dem Katschhof, um „Laudato Si“ zu singen. Die Kinder aus Vaalserquartier ruhen sich zu diesem Zeitpunkt im Schatten aus. Bischof Dr. Helmut Dieser ermutigt sie: Müdigkeit gehöre manchmal zum Pilgern dazu, sagt er. Und als der Bischof durch die Reihen geht, sind sie plötzlich wieder munter. Ein Erinnerungsfoto wollen sie sich nicht entgehen lassen.

Mehr Eindrücke zum Kinderpilgertag in Aachen