Engagement

„Ihr seid das Herz unserer Kirche“ – Bunter Dankesabend in Kall mit mehr als 300 ehrenamtlich Tätigen aus dem Pastoralen Raum Steinfeld

„Gerade das Ehrenamt trägt unsere Pfarreien und Kapellengemeinden“, bedankte sich Pater Wieslaw Kaczor SDS bei allen ehrenamtlich Tätigen. (c) Stephan Johnen
„Gerade das Ehrenamt trägt unsere Pfarreien und Kapellengemeinden“, bedankte sich Pater Wieslaw Kaczor SDS bei allen ehrenamtlich Tätigen.
Datum:
8. Apr. 2026
Von:
Aus der Kirchenzeitung, Ausgabe 08/2026 | Stephan Johnen

Ehrenamt hat viele Gesichter. Ganz oft findet das Engagement hinter den Kulissen statt, abseits der großen Bühnen, im Verborgenen. Und dennoch es ist wirksam. Umso wichtiger ist es, einmal „Danke!“ zu sagen. Öffentlich und sichtbar.

 Mehr als 700 Menschen engagieren sich im Pastoralem Raum Steinfeld ehrenamtlich, rund 310 sind der Einladung zu einem gemeinsamen Gottesdienst in der Kirche St. Nikolaus Kall mit anschließender Begegnung und Abendessen in der Bürgerhalle gefolgt. Erstmals waren alle ehrenamtlich Tätigen im neuen Pastoralen Raum zu einer gemeinsamen Dankfeier eingeladen.

In der wiederaufgebauten Bürgerhalle gab es im Anschluss ein Abendessen für alle Gäste. (c) Stephan Johnen
In der wiederaufgebauten Bürgerhalle gab es im Anschluss ein Abendessen für alle Gäste.

„Sie alle blicken auf eine lange Zeit des Engagements zurück, auf viele Jahre der Zusammenarbeit, auf Glaube und Gespräch, Sitzungen und die Begleitung von Menschen. Es gab viel Arbeit, manchmal auch Ärger, aber auch viel Freude und schöne Begegnungen“, begrüßte Pater Wieslaw Kaczor SDS, Leiter des Pastoralen Raums Heiliger Hermann Josef Steinfeld, die Ehrenamtlerinnen und Ehrenamtler aus 14 Pfarrgemeinden und zehn Kapellengemeinden in der Kaller Kirche: „Sie halten die Strukturen lebendig, tragen Sorge dafür, dass Gemeinden Orte bleiben, an denen Menschen zusammenkommen, feiern, ihren Glauben leben können. Sie geben Zeugnis. Kirche besteht aus Menschen, die Verantwortung übernehmen. Ihr und Sie seid das Herz unserer Kirche.“

In seiner Predigt erzählte Pater Wieslaw eine kleine Geschichte: Ein Mann gent an einer Baustelle vorbei. Drei Menschen schlagen Steine. Er fragt den ersten: „Was machst du?“ – „Ich klopfe Steine.“ Den zweiten: „Und du?“ – „Ich verdiene mein Geld.“ Den dritten: „Und was machst du?“ – „Ich baue eine Kathedrale.“ Alle tun das Gleiche, aber einer sieht mehr.

Erstmals waren alle Ehrenamtlichen des neuen Pastoralen Raums zu einer gemeinsamen Feier eingeladen. (c) Stephan Johnen
Erstmals waren alle Ehrenamtlichen des neuen Pastoralen Raums zu einer gemeinsamen Feier eingeladen.

Er sieht den Sinn dessen, was er tut. „Ich glaube, viele von denen, die sich in unseren Gemeinden engagieren, sehen auch mehr. Sie sehen nicht nur eine Aufgabe, nicht nur eine Arbeit, nicht nur eine Pflicht. Sie sehen – im übertragenen Sinn – eine Kathedrale. Wir schauen mit den Augen des Glaubens. Wir sehen nicht nur das, was gerade zu tun ist, sondern wir sehen den größeren Zusammenhang. Der Glaube gibt eine andere Motivation, er hilft uns, weiter zu sehen, tiefer zu sehen“, predigte Pater Wieslaw: „Gerade das Ehrenamt trägt unsere Pfarreien und Kapellengemeinden.“ Die Menschen, die Zeit schenken, Verantwortung übernehmen, mit dem Herz dabei sind. So tragen sie das Leben unserer Kirche mit – vor Gott und für die Menschen.

 

Dem auch im Namen des Pastoralteams und des Leitungsteams ausgesprochenen Dank fügte er eine Bitte an: „Es wäre schön, wenn Sie dabei bleiben, wenn Sie auch in Zukunft Aufgaben übernehmen, Zeit, Kraft, Gedanken und ihr Herz einsetzen. Ob große oder kleine Aufgaben – Sie alle tragen viel Verantwortung, und auch die kleinste Aufgabe ist oft sehr wichtig!“ Beim anschließenden Abendessen in der wiederaufgebauten Bürgerhalle richtete auch Kalls Bürgermeister Emmanuel Kunz ein Wort des Dankes an die Anwesenden, stellvertretend auch für seinen Amtskollegen Norbert Crump aus Nettersheim. „Gemeinschaft fällt nicht vom Himmel. Gemeinschaft passiert nicht von allein“, bedankte sich Emmanuel Kunz für die Übernahme vielfältiger Aufgaben in Kirche, Gemeinde und Gesellschaft.

„Wenn man einmal dieses Virus hat, dann bleibt man dabei. Ich fand die Einladung toll, es war ein unkomplizierter Abend“, bilanzierte Udo Hergarten aus Blumenthal, der sich seit seiner Jugend ehrenamtlich engagiert. „Ich habe viele Menschen wiedergetroffen, die schon ganz unterschiedliche Ämter innehatten“, nutzte er die Gelegenheit zum Austausch.