Eine andere Perspektive

Beim ersten Instawalk durch das Münster machten Hobby-Fotografen außergewöhnliche Aufnahmen

(c) Garnet Manecke
10. Sep 2019
Aus der KirchenZeitung, Ausgabe 37/2019 | Garnet Manecke

Zum ersten Mal bot das Bistum Aachen einen Instawalk in Mönchengladbach an. Dabei fotografieren die Teilnehmer mit ihren Smartphones und laden die Bilder direkt auf ihrem Instagram-Account hoch. Beim Rundgang durch das Münster nutzten die Teilnehmer die Gelegenheit, ungewöhnliche Aufnahmen der Basilika minor zu machen.

Mit Smartphone und Profi-Ausrüstung gingen die Teilnehmer auf Motivsuche im Münster. (c) Garnet Manecke
Mit Smartphone und Profi-Ausrüstung gingen die Teilnehmer auf Motivsuche im Münster.

Einen Account auf der Social-Media-Plattform Instagram hatte nicht jeder der sieben Teilnehmer des Instawalks. Insofern fand der Foto-Rundgang etwas anders statt, als ursprünglich von den Organisatoren vorgesehen. Fotografiert wurde aber dennoch. Denn zum Termin kamen einige Hobby-Fotografen, die, ausgestattet mit Stativ und Kamera, die Gelegenheit nutzten, die Kirche auf dem Abteiberg aus neuen Perspektiven aufzunehmen.

Gemeindereferent Christoph Rütten machte aus der Foto-Tour eine außergewöhnliche Kirchenbesichtigung. Schon am großen Hauptportal wartete er mt einem besonderen Fall von „Vandalismus“ auf: In das Holz der Türe ist das Wort „Exit“ eingeritzt. Genau auf Augenhöhe, so dass es gut zu sehen ist. Dass das Münster damit über einen echten Beuys verfügt, erfuhren die Teilnehmer gleich mit. Denn der Künstler Joseph Beuys soll das Wort an Karfreitag 1972 im Rahmen einer Kunstaktion in das Tor gekratzt haben, während in dem Gotteshaus die Karfreitagsliturgie gefeiert wurde.

Nicht ganz so prominent, aber immerhin mit einer guten Geschichte verknüpft, ist der Steinfußboden im Kirchenraum. Der besteht nicht aus für den Zweck eigens hergestellten Platten, sondern aus Druckplatten der ehemaligen Druckerei B. Kühlen. Nach der Zerstörung des Münsters bei einem Angriff 1945 wurden die Platten für den Fußboden genutzt. Noch heute sind auf einigen Platten frühere Druckmotive deutlich zu erkennen.

 

Für die Hobby-Fotografen eröffnen sich ungewöhnliche Perspektiven auf die Kirche

An Motiven mangelt es den Teilnehmern der Tour nicht. Die Lichtverhältnisse im Münster sind angesichts des schwindenden Sonnenlichts von draußen und der nur mäßigen Beleuchtung für die Fotografen schwierig. So mancher hat sich gut vorbereitet. Um den imposanten Chorraum mit seinen hohen Fenstern gut aufnehmen zu können, stellt einer der Fotografen ein mitgebrachtes Stativ auf.

Aber auch das hilft nicht, jedes interessante Fotomotiv festzuhalten. Der kleine Engel an der Decke über dem Altar zum Beispiel ist zu hoch oben. Selbst das Heranzoomen bringt nicht die gewünschten Ergebnisse. Dafür aber bekommen die Teilnehmer eine Gelegenheit, die Kirche aus einer Perspektive zu sehen, wie sie kaum einem Besucher vergönnt ist: Die Gruppe durfte auf den Gang über dem Gewölbe.

Info

Heiligtumsfahrt  2021 findet von Donnerstag, 3. Juni, bis Freitag, 11. Juni, die Heiligtumsfahrt in Mönchengladbach statt.

Verwoben   lautet das Leitwort der Heiligtumsfahrt, bei der ein Stück des Tischtuchs vom letzen Abendmahl gezeigt wird.

Auskunft.  www.heiligtumsfahrt.de