Eine „Jahrhundert-Orgel“

Die neue Orgel wird in Erkelenz am 7. August geweiht. Sie ist eine der größten im Bistum Aachen

Josef Viethen vom Orgelbauverein, Pfarrer Werner Rombach und Kantor Emanuel Knauer (v.l.) freuen sich darauf, die neue Scholz-Orgel in Erkelenz zum ersten Mal in voller Schönheit zu hören. (c) Garnet Manecke
Josef Viethen vom Orgelbauverein, Pfarrer Werner Rombach und Kantor Emanuel Knauer (v.l.) freuen sich darauf, die neue Scholz-Orgel in Erkelenz zum ersten Mal in voller Schönheit zu hören.
Datum:
26. Juli 2022
Von:
Aus der KirchenZeitung, Ausgabe 30/2022 | Garnet Manecke

14 Jahre lang hat die Gemeinde auf diesen Augenblick gewartet. Zum ersten Mal erklingt die neue Orgel in St. Lambertus Erkelenz am Sonntag, 7. August. Wenn die 3200 Pfeifen in 55 Registern ertönen, ist das auch die Abschlussmusik für viele Jahre der Krise, durch die die GdG Christkönig gehen musste, und die Ouvertüre für eine neue Zeit.

Die Freude ist allen Beteiligten ins Gesicht geschrieben. „Ich bin so voller Dankbarkeit“, sagt Pfarrer Werner Rombach und muss dabei auch mit den Tränen kämpfen. Hinter ihm liegen schwere Jahre, durch die er die GdG Christkönig Erkelenz führen musste. Nun kommt eine Zeit, in der er und sein Team die Früchte für viel Arbeit ernten können – und sich die GdG gemeinsam zu neuen Ufern aufmacht. Auch Kantor Emanuel Knauer zeit seine Begeisterung für das neue Instrument offen. Nicht nur, dass er zukünftig auf einer „Jahrhundert-Orgel“ spielen wird. Auch die anstehenden Festwochen zur Einweihung der Orgel, lassen das Herz des Kirchenmusikers sichtbar höher schlagen.

Geweiht wird das neue Instrument am Sonntag, 7. August: 55 Register verteilt auf vier Manuale und 3200 Pfeifen sind die imposanten Eckdaten der neuen Erkelenzer Scholz-Orgel, für die 2015 extra eine Empore in die Kirche St. Lambertus gebaut wurde. Gut 1,2 Millionen Euro hat das Instrument gekostet – komplett durch Spenden finanziert. 260000 Euro müssen noch zusammenkommen, denn dafür wurde ein Kredit aufgenommen, um den Orgelbau in Auftrag geben zu können.

Die ganze Geschichte der Orgel kann man in der Festschrift nachlesen, die in Erkelenz zu einem Buch geworden ist. „Eine Sinfonie aus Farbe, Form und Klang“ ist das 92-seitige Werk übertitelt. Für zehn Euro kann man es bei den Konzerten und im Pfarrbüro erwerben. Dafür bekommt man ein Buch, das nicht nur eine schöne Erinnerung an den Tag der Orgelweihe ist. Der Leser erfährt neben dem Ablauf des Festgottesdienstes viel über dieses spezielle Instrument, über die Bedeutung der Orgel in der Kirchenmusik und die Geschichte der Orgeln in Erkelenz, die 1467 beginnt.

Unkundigen gibt das Orgel-Lexikon eine Orientierungshilfe. Was ist eine Röhrenglocke? Was ist die Spanische Trompete? Und warum besitzt das Instrument einen Stiefel? All diese Fragen werden beantwortet. Die Programme der Konzerte in der Festwoche werden vorgestellt, jeweils mit einem ausführlichen Porträt der Organisten.
Natürlich ist auch Emanuel Knauer dabei, dem es gelungen ist, einige der ganz großen Namen in der Orgel-Szene nach Erkelenz zu holen. Knauer selbst wird zum Festgottesdienst die Kantate „Erschallet, ihr Lieder“ von Johann Sebastian Bach spielen. Am Abend dann setzt sich Stephen Tharp aus New York an das Pult. „Er ist einer der ganz, ganz großen Organisten“, schwärmt Knauer. Der Eintritt zu diesem Konzert ist frei. Es ist ein Geschenk der Gemeinde an die zahlreichen Spender, die die Realisierung des Orgelbaus ermöglicht haben.

Besondere Erlebnisse versprechen die Konzerte „The organ is my orchestra“ 
mit Jonathan Scott aus Manchester am 14. August und das Konzert für Orgel und Sinfonieorchester mit den Düsseldorfer Philharmonikern am 21. August. Allein für dieses Konzert sind die Karten im Vorverkauf erhältlich. Für alle anderen Konzerte gibt es die Karten an der Abendkasse.

Infos unter www.christkoenig-erkelenz.de