Ein bunt bemalter Stuhl stand bisher als „Platz für Kinder“ parat. In diesem Jahr wird er durch ein ähnlich gestaltetes Paletten-Sofa ersetzt. Die Verantwortlichen der Krefelder KaBo-Kinderkirche wollen mit und auf diesem größeren „Möbelstück“ nun auch das Thema der Sternsinger aus 2025 „Kinderrechte im Amazonasgebiet“ weiter ausbauen und vertiefen. Ihr Augenmerk wird diesmal auf den Mädchen und Jungen vor Ort liegen.
„Leider werden die Kinderrechte noch immer nicht überall auf der Welt verwirklicht. Auch nicht bei uns. Zum Teil sind sie den Mädchen und Jungen noch nicht einmal bekannt“, erklären Kerstin Jagodic und Jonas van Stigt, die zum aktiven Team Kinderkirche gehören. „Das wollen wir ändern. Deshalb machen wir das Jahr 2026 zum Jahr der Kinderrechte. Wir haben dafür viele Aktionen geplant.“
Gerade haben die beiden Familiengottesdienste stattgefunden. „Zum ersten kamen 30 Kinder, beim zweiten waren 15 dabei“, freuen sich die engagierten Mitarbeiter über die große Zahl. Nun werden die bunten Stuhlkissen in der KaBo-Kinderkirche, dem Projekt der Pfarrei St. Augustinus, weggeräumt. KaBo steht für St. Karl Borromäus.
s finden Sie unter: www.kabokinderkirche.de
Das Jahres-Programm unter dem Titel „Kinderrechte“ kommt vielfältig daher. Es ist für Kinder ab sechs Jahren gedacht und findet mal mit, mal ohne Eltern statt. „In diesem Januar starten wir mit einer Einführung ins Thema“, sagen die beiden engagierten Mitarbeiter. „Dabei rückt auch das Paletten-Sofa in den Blickpunkt. Es steht auf Rollen und kann in den Altarraum, ins Foyer der Kirche oder in den Gemeinderaum geschoben werden.“
Im März wird der Clean-Up-Day im Ortsteil Oppum als Anlass genommen, auf Umwelt, Klimaschutz und das Recht der Kinder auf Gesundheit, hinzuweisen. Im Sommer geht es im Rahmen des Sommerfestes beispielsweise um das Recht auf Spiel und Freizeit. Dann feiert auch Maskottchen Kängu, das Plüsch-Känguru, seinen vierten Geburtstag.
Jonas van Stigt und Kerstin Jagodic sagen: „Die weltweit geltenden Regeln sollen Mädchen und Jungen bis 18 Jahren schützen und ihnen ein sicheres, gesundes Aufwachsen ermöglichen. Dazu gehören beispielsweise das Recht auf Bildung, Gesundheit, Mitbestimmung und freie Meinungsäußerung sowie der Schutz vor Gewalt und Ausbeutung.“
Im September wird die Mitbestimmung hervorgehoben, die in der Kinderkirche mit dem KaBo Kinderrat schon seit Bestehen großgeschrieben wird. Die Kinder und Jugendlichen seien schließlich keine Befehlsempfänger. „Im Kängurat treffen sich Kinder, um mitzuentscheiden, was in der KaBo Kinderkirche stattfinden kann“, sagt Koordinator van Stigt.
„Im Kängurat führen wir immer wieder Aktionen mit und für Kinder durch. Beispielsweise haben wir Kürbisse geschnitzt und Plätzchen gebacken. Es geht aber auch um die Gestaltung der Kinderkirche – inhaltlich und räumlich.“ So ist gerade eine Nische im Kirchenraum in eine Leseecke verwandelt worden. Dem Kängurat gehörten Kinder ab sechs Jahren an. Er finde ohne Eltern statt, berichtet der Koordinator.
Das Recht auf Ernährung steht im Oktober auf dem Programm. Jagodic: „Wir agieren hier in Anlehnung an die Solibrot-Aktion von Misereor: Es gibt sie jährlich unter dem Motto ,Backen. Teilen. Gutes tun.‘“
Ein wichtiges Thema wird im November angepackt mit der Aufforderung an alle Eltern, sich mit der „Prävention gegen sexuellen Missbrauch von Kindern“ auseinander zu setzen. Jeder könne dazu beitragen, Kinder zu schützen und zu stärken, indem sie angelernt werden, bei Übergriffen energisch „Stopp“ und „Nein“ zu sagen.
Wer Lust hat, in der Kabo-Kinderkirche zu helfen — praktisch oder finanziell — ist sehr willkommen. Infos finden Sie unter: www.kabokinderkirche.de
1989 beschlossen die UN-Vertreterinnen und -Vertreter nach zehnjähriger gemeinsamer Arbeit die Kinderrechtskonvention — ein Dokument, das die ganz eigenen Bedürfnisse und Interessen der Kinder betont. Dieses Kinderrechte-Regelwerk gilt für alle Kinder weltweit — egal, wo sie leben, welche Hautfarbe oder Religion sie haben und ob sie Mädchen oder Junge sind. Allen Kindern ist eines gemeinsam: Sie brauchen besonderen Schutz und Fürsorge, um sich gesund zu entwickeln und voll zu entfalten. Die Kinderrechtskonvention ist seit 1992 in Kraft. Auch in Deutschland basieren die Kinderrechte auf der UN-Kinderrechtskonvention. Eine Verankerung im Grundgesetz scheiterte jedoch bislang an der nötigen Mehrheit.