Eine sympathische junge Frau aus Roetgen könnte auf der Leiter des Erfolgs ganz nach oben klettern: Isabel Alpmann hatte sich im Pfarrverbund der katholischen Kirchen „An der Himmelsleiter“ mit 17 Jahren für die Wahl zum neuformierten „Rat des Pastoralen Raums“ zur Verfügung gestellt.
Dieses Lenkungsgremium war bis zum Urnengang Anfang November 2025 der „Rat der Gemeinschaft der Gemeinden“, der GdG-Rat. Dazu kam als Gremium in den Pfarren vor Ort der „Pfarreirat“. Isabel Alpmann ist als die mit Abstand jüngste Kandidatin in Roetgen und Rott sowie im Aachener Südraum um Kornelimünster gewählt worden, auch wenn sie gerade erst ihren 18. Geburtstag feiern konnte.
Und noch etwas Außergewöhnliches in diesem Alter: Isabel Alpmann hat bereits ihr Abitur in der Tasche, als Jüngste ihrer Stufe. Schon mit fünf Jahren ist das begabte Mädchen eingeschult worden. Doch bevor sie mit einem Studium – vielleicht im anspruchsvollen Fach Physik – im Wintersemester 2026/27 startet, hat Isabel Alpmann mit einer Ausbildung zur Kirchenmusikerin begonnen. Und die möchte sie möglichst parallel zum Besuch der RWTH in Aachen unbedingt weiterführen. Schließlich dauert sie etwa drei Jahre.
Es ist jetzt schon ein Genuss, Isabel Alpmann beim Musizieren zuzuhören. Bereits seit zwölf Jahren spielt sie Klavier, also mit Beginn ihrer vorgezogenen Schullaufbahn. Die Roetgener Pfarrgemeinde St. Hubertus stellte ihr den Schlüssel zur Kirche zur Verfügung. Sie kann dort auf der „Königin der Instrumente“, wie die Orgel genannt wird, immer dann proben, wenn sie möchte und Zeit hat, angesichts ihrer vielfältigen Interessen. Das macht sie denn auch, zum Gespräch mit der Redaktion, mit großer Leidenschaft.
Dieses kleine musikalische Intermezzo war ein schönes „Vorspiel“ für eine öffentliche Aufführung, die sie zu Heiligabend 2025 souverän absolvierte. Dann begleitete Isabel Alpmann das Krippenspiel im Rahmen des Gottesdienstes für Familien mit kleinen Kindern. Ihre Mutter Rebecca Alpmann hatte das Stück mit den jungen „Schauspielern“ einstudiert, während ihre Tochter dazu den musikalischen Takt auf der Orgelbühne anschlug.
Und noch ein ehrenamtliches weihnachtliches Engagement zeigte Isabel Alpmann an Heiligabend: Seit Jahren ist sie Messdienerin. Und so stand sie in der Christmette in St. Hubertus mit ihren Mitstreitern am Altar, um den Priester zu unterstützen. Schon seit gut drei Jahren bildet sie auch neue Messdiener mit aus. „Ich habe Spaß daran, Verantwortung zu übernehmen“, sagt sie.
Dieses wichtige Engagement im Kirchendienst wird auch von Propst Dr. Andreas Möhlig, dem Leiter des Pastoralen Raums Aachen-Kornelimünster/Roetgen und Vorsitzenden des Kirchengemeindeverbandes Aachen-Kornelimünster/Roetgen, in hohem Maße wertgeschätzt. „Ich kenne Isabel Alpmann aus der Messdienerarbeit in ihrer Heimatkirche in Roetgen, wo sie auch schon engagiert Verantwortung übernommen hat. Nun ist sie mit 17 Jahren in den Rat des Pastoralen Raums gewählt worden – ein starkes Zeichen dafür, wie wichtig es ist, jungen Menschen Räume zur Mitgestaltung zu eröffnen.“ Gleichzeitig stehe Isabel Alpmanns Engagement „beispielhaft für junge Menschen hier vor Ort, die sich mit Zeit, Ideen und Glauben in das kirchliche Leben einbringen. Es ist wichtig, dass auch junge Generationen ihre Themen authentisch einbringen dürfen.“
Andreas Möhlig fügt zu Isabel Alpmanns weiterer Leidenschaft an: „In ihrer Ausbildung im Bereich Kirchenmusik verbindet Isabel dieses Engagement mit ihrer musikalischen Begabung – eine Bereicherung für die Zukunft unserer Kirche“, ist der Geistliche überzeugt.
Welch reflektierten Blick Isabel Alpmann bereits in jungen Jahren auf die Themen der Kirche hat, wird auch deutlich, wenn man sie auf die Bedeutung des Weihnachtsfestes anspricht. „Weihnachten bedeutet für mich erst einmal, die Ankunft von Jesus zu feiern und sich dessen bewusst zu werden“, betont sie. Dies bedeute, „den Blick weg vom Konsum, hin zu mehr Dankbarkeit zu richten, sich dabei neu auf die wesentlichen Werte zu besinnen und Frieden und Versöhnung einkehren zu lassen, auch, wenn das oft nicht so einfach ist.“
Und sie fügt an: Persönlich habe ihr das Weihnachtsfest zudem bedeutet, „die gemeinsame Zeit mit der Familie zu genießen und mir klar zu werden, wie sehr Gott uns liebt. Nämlich, dass er selbst zu uns kommt, um damit einen neuen Bund mit uns zu schließen, zu dem wir jederzeit eingeladen sind, ja zu sagen.“
Isabel Alpmann lebt in einer großen Familie. Sie ist die Älteste von neun Kindern. Ihre Eltern Thomas-Ferdinand und Rebecca Alpmann sind Lehrer, die ihre Tochter immer stark gefördert haben. Angesichts ihres Kinderreichtums stand die Familie schon einmal im Blickfeld der Öffentlichkeit. Das war im Jahre 2016, als ihr Roetgens Bürgermeister Jorma Klauss (SPD) im Namen des damaligen Bundespräsidenten Joachim Gauck die Ehrenpatenschaft für ihr siebtes Kind überreichte. Danach kamen zwei weitere Kinder hinzu.
Anfang dieses Jahres ist Isabel Alpmann volljährig geworden. Gerade hat sie ihren Führerschein geschafft. Sie jobbt in der Roetgener „Speisekammer“, einem Naturkostladen, auch um den Führerschein zu finanzieren. „Ich habe fast immer Spaß am Lernen gehabt, ein lernfreundliches Umfeld, Freunde, die auch sehr strebsam waren und sind, und eine sehr gute Vorbereitung auf das Abitur durch meine Lehrer. Das waren die Hauptfaktoren“, fasst sie ihre Schullaufbahn zusammen. Sie endete mit einem Einser-Abitur – genauer: mit einen Schnitt von sogar 0,88 – mit Mathematik, Physik, Geschichte und Französisch als Abi-Fächern. „Dazu kommt meine relativ gute Auffassungsgabe, wofür ich sehr dankbar bin. Meine Eltern haben mich immer unterstützt, wenn ich sie brauchte.“
An ihrer Schule, dem Vossenacker Franziskus-Gymnasium, übernahm sie zusätzliche Aufgaben. So interpretierte sie etwa bei einem Schulkonzert die James-Bond-Titelmelodie aus „Skyfall“ auf dem E-Piano. Und natürlich spielte sie auch in der Abi-Messe. Zudem trug sie bei einer offiziellen Gedenkfeier des Kreises Düren zum Volkstrauertag in Vossenack mit ihrer Mitschülerin Melek Sevim einen selbst verfassten Text vor. Darin riefen sie zur Solidarität mit allen Opfern von Gewalt auf und forderten, sich für den Frieden stark zu machen, Brücken zu bauen und den Hass zu besiegen.
Mit viel Freude und Engagement hat Isabel Alpmann mit der konstituierenden Sitzung des „Rates des Pastoralen Raumes Aachen-Kornelimünster/Roetgen“ ihre neue Aufgabe übernommen. „Dort herrscht ein echt nettes Arbeitsklima, eine konstruktive Zusammenarbeit.“ Sie will sich in diesem Gremium natürlich besonders um die Belange von Kindern und Jugendlichen kümmern, um sie „nicht für die Kirche, sondern für Jesus zu begeistern“.
Der Glaube sei „ein wesentlicher Bestandteil meines Lebens, in der Gemeinschaft der Christen, die untereinander verbunden sind.“ Die Kirche ermögliche es ihr, „sich über Gott auszutauschen und über die Institution hinauszublicken.“
Isabel Alpmann nimmt weiter Klavierunterricht, seit drei Jahren bei dem Roetgener Musiklehrer Hans-Josef Ritzerfeld. Daneben absolviert sie ihre Ausbildung zur Kirchenmusikerin im Nebenberuf bei Regionalkantor Andreas Hoffmann. Er unterrichtet sie an der Orgel der Kirche St. Michael in Burtscheid, er trägt die Hauptverantwortung. Bei ihm wird sie auch das zweijährige Chorpraktikum ableisten. Im Zuge ihres Praktikums ist sie in den Kantaten-Chor von Hoffmann eingetreten. Ebenso ist Domorganist Professor Michael Hoppe an ihrer Ausbildung beteiligt, und zwar bei den Seminaren mit anderen Regionalkantoren gemeinsam.
Isabel Alpmann schließt nicht aus, dass vielleicht sogar noch ein professionelles Orgelspiel aus ihrer „C-Ausbildung“ werden könnte, mit Bachelor (B-Studium) und Master (A), in enger Verbindung zur Universität Köln im Studiengang Kirchenmusik.
Auch sportlich ist Isabel Alpmann engagiert. Handball spielte sie bis zu einem Kreuzbandriss, jetzt fehlt ihr dessen „Team-Charakter“. Dazu begeisterte sie sich fürs Schwimmen bei der Hansa Simmerath und das Reiten. Sie joggt gerne, und jüngst hat sie das Fahrradfahren für sich „entdeckt“. Sie ist ein wahres Multitalent mit klaren, breit gestreuten Zielen schon in jungen Jahren.