Auf in die Ferien!

In seinen Ferienprogrammen bringt das KathJa-Team die Ferien mit Corona-Vorschriften in Einklang

Wie können Jugendfreizeiten in Zeiten von Corona stattfinden. KathJa, die katholische Jugendarbeit in den Regionen Heinsberg und Mönchengladbach, probiert es aus. (c) www.pixabay.com
Wie können Jugendfreizeiten in Zeiten von Corona stattfinden. KathJa, die katholische Jugendarbeit in den Regionen Heinsberg und Mönchengladbach, probiert es aus.
23. Jun 2020
Aus der KirchenZeitung, Ausgabe 26/2020 | Garnet Manecke

Ferien sind die Zeit der (fast) unbegrenzten Freiheit. In Camps und bei Ferienspielen können sich Kinder und Jugendliche zusammen mit Gleichaltrigen erholen, Neues ausprobieren und entdecken. Das soll auch mit Corona weiter möglich sein. Das Team der Katholischen Jugendarbeit (KathJa) in den Regionen Mönchengladbach und Heinsberg hat dafür neue Programme entwickelt.

Es ist Tradition, dass Eltern ihre Kinder nach Feriencamps in einem ganz speziellen Zustand empfangen: badebedürftig und übersprudelnd von Ereignissen, die alle erzählt werden wollen. Im Zeltlager und Spielcamps haben Waschen und Kämmen bei Kindern traditionell geringe Priorität. Gleichzeitig wird getobt und gerannt, Körperkontakt ist da unvermeidlich. Kinder immer wieder zu ermahnen, Abstände einzuhalten und sich die Hände zu waschen, widerspricht dagegen der Leichtigkeit der Ferienfreiheit. Bei den Planungen der Ferienangebote musste das Organisatoren-Team der Katholischen Jugendarbeit also die Quadratur des Kreises bewerkstelligen: spannende Ferien für Kinder beim gleichzeitigen Einhalten der Hygiene- und Abstandsvorschriften, um die Ausbreitung möglicher Infektionen zu verhindern. „Wir haben mit Eltern und Jugendämtern gesprochen, um zu sehen, was wir anbieten können“, berichtet Maik Vollberg, KathJa-Jugendbeauftragter für die Region Heinsberg. Da sich in den vergangenen Wochen die Rahmenbedingungen immer wieder etwas verändert haben, mussten auch die Ideen und Konzepte entsprechend angepasst werden.

Ein festes Angebot der vergangenen Jahre war das Zeltcamp für Jungen im Alter von zehn bis 14 Jahren. Im Garten von Haus Georg in Wegberg übernachteten 20 Jungen aus den Regionen Heinsberg und Mönchengladbach zwei Wochen in Gruppenzelten. Da den Mindestabstand zu halten wäre selbst bei größten Bemühungen der Kinder unmöglich. „Deshalb bieten wir in diesem Jahr nichts mit Übernachtung an“, sagt Maik Vollberg. Auf jeweils eine Woche sind die Programme beschränkt, zu denen die Kinder täglich anreisen. Das hat schon Auswirkungen auf die Anmeldungen. Von ursprünglich 15 Jungen, die zelten wollten, ist nur noch eine Anmeldung für die Ferienspiele übrig geblieben.

„Um den Kindern aus Mönchengladbach auch die Teilnahme zu ermöglichen, überlegen wir gerade, wie wir das realisieren können. In diesem Jahr kooperieren wir mit dem Jugendbeauftragten in Neuwerk, Ben Bilstein. Mit ihm zusammen überlegen wir, ob wir eventuell einen Fahrdienst organisieren können“, sagt Vollberg. In Wegberg erwarten die Jungen einige Programmpunkte mit so verheißungsvollen Titeln wie „Werwolf“, oder „Chaos-Spiel“, aber auch eine Wasserschlacht und Torwandschießen soll es geben.

Jeder Tag beginnt mit einem Frühstück, zu dem sich jeder selbst etwas mitbringt. In kleine Gruppen zu jeweils drei bis vier Jungen werden die Teilnehmer eingeteilt. Pro Gruppe sind zwei Betreuer im Einsatz. „Um möglichst vielen Kindern und Jugendlichen die Chance zu geben, an einem Ferienprogramm teilzunehmen, werden während der gesamten Ferienzeit Angebote gemacht“, sagt Felix Eicke, Jugendbeauftragter in der GdG Hückelhoven.

Wie für die Jungen gibt es auch Ferienangebote nur für Mädchen und solche, in denen Mädchen wie Jungen zusammen etwas machen. Foto- und Video-Workshops stehen auf dem Programm, das Bauen von Insektenhotels, inklusive der Suche nach Material im Wald, und Fahrradtouren werden organisiert. Bewegung gehört traditionell in Ferienfreizeiten und in diesem Jahr ist das besonders gefragt. „In den Gesprächen mit Eltern haben mir einige erzählt, dass die Jugendlichen in den vergangenen Wochen etwas träge geworden sind und wieder ein bisschen geweckt werden müssen“, berichtet Vollberg. Sogar eine modifizierte Pilgertour nach Kevelaer ist geplant.

Um in den gesamten sechs Ferienwochen Angebote machen zu können und möglichst viele Kinder daran teilnehmen zu lassen, nimmt in diesem Jahr niemand im KathJa-Team Sommerurlaub. Denn Angebote ausfallen zu lassen war für das Team keine Option. „Wir müssen als Kirche gerade in dieser Zeit bei den Menschen sein und den Kindern und Jugendlichen zeigen, dass sie nicht alleine sind“, sagt Ingrid Beschorner, Referentin für kirchliche Jugendarbeit im Bistum Aachen. „Den Kindern und Jugendlichen fehlte in den vergangenen Wochen die Gemeinschaft. Dieses Gemeinschaftsgefühl wollen wir ihnen geben.“ Das zu organisieren war aufwändig. Die Konzepte mussten immer wieder den Erlassen angepasst, von Jugend- und Gesundheitsämtern und schließlich von den Kirchenvorständen abgesegnet werden. Nun können die Ferien beginnen.

 

Bei einigen Angeboten sind noch Plätze frei. Infos sind im Internet unter www.kath-ja.de abrufbar.