Wieder staunen lernen

Ignatianische Impulse, vermittelt von Pater Josef Bill SJ

Staunen. Tor der Wirklichkeit (c) Echter-Verlag
Mi 25. Sep 2019
Aus der KirchenZeitung, Ausgabe 39/2019 | Ruth Schlotterhose

Ignatianische Impulse gründen in der Spiritualität des Ignatius von Loyola. In jedem Kapitel seines Büchleins nimmt Pater Josef Bill SJ Bezug auf die Rolle des Staunens bei Ignatius.

Staunen ist nicht nur „der Anfang aller Philosophie“, wie Plato sagt. Staunen ist „die Wahrnehmung und Reaktion auf Großes“. Einerseits kann man in ganz alltäglichen Situationen staunen: über einen sonnigen Tag, ein anrührendes Gedicht, eine unerwartete Begegnung. Oder staunen wie Franziskus über das Wunder der Erde, staunen über die eigene Existenz bis hin zum Ergriffensein von der unfassbaren Wirklichkeit Gottes. Staunen ist Offenheit für Wirklichkeit und zugleich Kulturkritik. Es bewahrt uns davor, vor der Schnelligkeit und der Komplexität unserer Zeit zu kapitulieren. Mit literarischen Anspielungen, biblischen Bezügen und Anknüpfungen an Ignatius von Loyola wirbt Pater Bill dafür, sich immer wieder neu im Staunen zu üben. Von 1997 bis 2012 gehörte Pater Josef Bill dem Pastoralteam der Jesuiten in Aachen an und war dort, bis zum Umzug der Jesuitenkommunität nach Köln, in der Beichtseelsorge und Exerzitienarbeit tätig. Die Leser der KirchenZeitung begleitete er von 2005 bis 2011 mit den „Exerzitien im Alltag“ lebensnah durch die Fastenzeit.

Josef Bill: Staunen. Tor zur Wirklichkeit. Ignatianische Impulse Bd. 85, 96 S., Echter-Verlag, Würzburg 2019, Preis: 9,90 Euro