Völlig neuer Zugang

Sakrale Räume besonders in Szene gesetzt

Göttliche Projektionen (c) Bildperlen Verlag
Mo 28. Okt 2019
Aus der KirchenZeitung, Ausgabe 44/2019 | Ruth Schlotterhose

Menschen aller Generationen und Kulturen scheinen sich nach Stille und Kontemplation zu sehnen. Sakrale Bauten haben teilweise seit tausenden von Jahren die Zeiten überdauert und legen noch heute Zeugnis ab von der fortwährenden Suche der Menschen nach innerem Frieden.

 Der Schweizer Fotograf Ernst Christen setzt die Gewölbe sakraler Räume mit einer speziellen Technik, den sogenannten Projektionen, auf eine faszinierende Weise ins Bild. Mit dem allmählichen Verschwinden der analog-chemischen Fotografie verringert sich auch der Glaube an die Beweiskraft fotografischer Bilder. Fakten, Fiktionen und Fantasien werden immer öfter zu schier unzerlegbaren Einheiten in der Präsentation von Fotografie zusammengefügt. Christen ist ein Meister dieser Technik und lässt Kirchenräume in einem ganz neuen Licht erscheinen.  In der Betrachtung seiner „Göttlichen Projektionen“ eröffnet er dem Betrachter einen erwarteten Zugang zu sakralen Räumen und zu ihrer Architektur. Seine Bilder sind eine Einladung, sich in sie zu vertiefen und gleichsam in ihrer Betrachtung zu versinken.  Heutzutage bestätigt sogar die Wissenschaft den positiven Einfluss von praktizierter Meditation auf Blutdruck, Herzschlag, Atmung und Immunsystem. Wen wundert es da noch, dass wir Menschen uns instinktiv nach innerer Ruhe sehnen? Die „Göttlichen Projektionen“ von Ernst Christen sind in hervorragender Weise geeignet, dieses Bedürfnis zu stillen. 

Ernst Christen:  Göttliche Projektionen,  168 S., durchgehend bebildert,  Edition Bildperlen, Münster 2019, Preis: 29,90 Euro