Ungeheuerliches

Luna Borns Geschichte als Missbrauchsopfer der römisch- katholischen Kirche

Luna Born Missbrauch (c) Tectum Sachbuch
Di 4. Feb 2020
Aus der KirchenZeitung, Ausgabe 6/2020 | Ruth Schlotterhose

Luna Borns Geschichte als Missbrauchsopfer der römisch-katholischen Kirche macht fassungslos. Vielen Menschen wird nicht bewusst sein, welchem Spießrutenlauf ein Opfer von sexueller Gewalt von der Anzeige bis zur Anerkennung ausgesetzt ist.

Erst recht, wenn die Vorwürfe des Missbrauchs einem Priester gelten. Luna Born macht deutlich, wie wichtig ein klares „Ich glaube dir“ für Betroffene ist. Und sie schildert darüber hinaus sehr emotional, wie verletzend und demütigend es ist, dass sie sich als Opfer fortwährend erklären muss – und das überwiegend vor Männern, die dann außerdem noch keine Erfahrung im Umgang mit traumatisierten Menschen haben. 

Nach der Lektüre dieses Buches erkennt der Leser, welche Strukturen in der katholischen Kirche Missbrauch begünstigen und verschleiern können. Und wie wichtig es um der Glaubwürdigkeit der Kirche willen ist, dass Bischöfe und Ordensobere die Verantwortung übernehmen für das, was in ihrem Wirkungskreis geschehen ist und geschieht. Da reicht eine Anerkennungszahlung nicht aus, sondern es muss auch eine Bestrafung der Täter erfolgen.

Luna Borns Geschichte ist ein wertvolles Zeugnis für alle, die mit Betroffenen arbeiten und sich für einen würdevollen Umgang mit Missbrauchsopfern engagieren.

Luna Born: Missbrauch mit den Missbrauchten. Mehr Träume, als die katholische Kirche zerstören kann, 300 S.,  Tectum-Verlag, Baden-Baden 2019, Preis: Print 25,– Euro, E-Book 19,99 Euro