Neues über Einhard

Historische Kommission legt einen zweiten Band über Leben und Werk vor

Einhard – Leben und Werk Band 2 (c) Verlag Schnell & Steiner
Di 12. Nov 2019
Aus der KirchenZeitung, Ausgabe 46/2019 | Ruth Schlotterhose

Einhard, Gelehrter an der Hofschule Karls des Großen, war eine der herausragendsten Figuren der karolingischen Renaissance. Seligenstadt war seine letzte große Wirkungsstätte.

2008 fand hier nach 1995 das zweite Einhard-Symposium statt, bei dem sich namhafte Philologen, Historiker, Archäologen, Kryptologen, Denkmalpfleger und  sogar ein Team von Rechtsmedizinern darüber austauschten, was es Neues gibt über Einhard, sein Lebenswerk und die Orte, die mit ihm verbunden sind. Die Ergebnisse sind in diesem Band festgehalten. Ein ausführliches Register rundet die Publikation ab. Dabei richtet sich das Buch nicht nur an Fachkollegen – allerdings stellt der Beitrag Bruder Pascal Pradiés OSB über die Äbte der Abtei Fontenelle (zu denen Einhard zählte) eine gewisse Herausforderung dar, da er in Französisch verfasst ist. Spannend sind die Beiträge über die Erinnerungstechnik der karolingischen Autoren oder über den Nutzen der lateinischen Stenografie in der Karolingerzeit, lehrreich die Bemerkungen zu den Kirchen in Steinbach und Seligenstadt. Eine Überraschung erleben die Rechtsmediziner bei der Untersuchung der Gebeine aus dem Sarkophag Einhards, und unterhaltsam wird es beim literarischen Streifzug auf den Spuren von Eginhard und Emma.  

Hermann Schefers (Hg.): Einhard – Leben und Werk. Band 2;  Arbeiten der Hessischen Historischen Kommission, Band 39,  352 S., zahlreiche, teils farb. Abb., Verlag Schnell + Steiner,  Regensburg 2019, Preis: 34,95 Euro