Missa benedicta

Vertonungen der Musik von Nicholas Ludford

Missa benedicta (c) Pan Classics
Di 26. Mär 2019
Aus der KirchenZeitung, Ausgabe 13/2019 | Kathrin Albrecht
Nicholas Ludford (zirka 1485 – 1557) gehört nach Aussage des britischen Musikwissenschaftlers David Skinner zu den zu Unrecht vernachlässigten Komponisten der vorreformatorischen Tudorzeit.

Es mag daran liegen, dass er, anders als seine bekannteren Kollegen Thomas Tallis, John Sheperd oder vor allem John Taverner, sich nicht den reformatorischen Anforderungen der Liturgiekomposition anpassen konnte oder mochte. In der Forschung wird Ludford als die kompositorische Brücke zwischen Robert Fayrfax und John Taverner gesehen. Von ihm erhalten sind einige Festtagsmessen, die in zwei Chorbüchern des 16. Jahrhunderts erhalten geblieben sind. Seine unvollendeten Antiphone sind im Peterhouse-Chorbuch überliefert. Der „Choir of New College Oxford“ unter der Leitung von Edward Higginbottom nahm die Missa benedicta sowie zwei Antiphone für die vorliegende CD auf. Ludford stellte neben große fünf- bis sechsstimmige Chorstücke wie dem „Gloria“ auch Stücke im gregorianischen Stil. Zum ersten Mal wurden für die Aufnahme von Ludfords Musik Knabenstimmen verwendet. Die Besetzung des Chores lässt sich auf das 15. Jahrhundert zurückführen und ist eine bis heute gültige historische Quelle für Aufführungen dieser Musik. Die Aufnahme vermittelt einen wunderbaren Eindruck davon, wie Ludfords Musik im Original geklungen haben mag. 

Nicholas Ludford: Missa benedicta et venerabilis, mit dem Choir of New College Oxford und Edward Higginbottom, 64 Min., Pan Classics 2019, Preis: 19,99