Gegen das Vergessen

Die Märtyrergeschichte des 20. Jahrhunderts neu aufgelegt

Zeugen für Christus (c) Verlag Ferdinand Schönigh
Mo 29. Apr 2019
Aus der KirchenZeitung, Ausgabe 18/2019 | Ruth Schlotterhose
Von Papst Johannes Paul II. 1994 initiiert, versteht sich das vorliegende Buch als Teil des Gesamtprojekts der Märtyrergeschichte des 20. Jahrhunderts. I

n Zusammenarbeit mit den Bistümern und den Ordensgemeinschaften haben 160 Fachleute Lebensbilder von 900 katholischen Märtyrern und Märtyrerinnen erarbeitet und in vier Kategorien vorgestellt: die Blutzeugen unter Hitlers Terror, die Blutzeugen in der Zeit des Kommunismus, das Martyrium puritatis von Mädchen, Frauen, Ordensschwestern und ihren Beschützern sowie die Blutzeugen aus den Missionsgebieten. Angesichts der wachsenden nationalistischen Bewegungen ist es wichtig, die Erinnerung an diese Opfer zu bewahren. Aufrüttelnd in ihrer Glaubenskraft sind die letzten Worte, die von einigen Märtyrern überliefert sind. Darüber hinaus zeigt das Werk in erschütternder Deutlichkeit, mit welch menschenverachtender Grausamkeit in einem Gewaltregime alternative Meinungen verfolgt werden. Das ist gleichsam eine Mahnung, sich für den Erhalt der demokratischen Freiheit und der Religionsfreiheit einzusetzen. „Gerade der jungen Generation soll dieses wertvolle Erbe eine Mitgift auf dem Weg in das dritte Jahrtausend sein“, schreibt Prälat Helmut Moll in der Einführung. 

Helmut Moll (Hg.): Zeugen für Christus. Das deutsche Martyrologium des 20. Jahrhunderts, 7., überarbeitete und aktualisierte Auflage, 2 Bände, insgesamt 1828 Seiten, Verlag Ferdinand Schöningh, Paderborn 2019, Preis: 99,– Euro