Blick in den Himmel

Der Portico de la gloria der Kathedrale von Santiago de Compostela – spirituell gedeutet

Himmelweit offen (c) Kunstverlag Josef Fink
Di 16. Jul 2019
Aus der KirchenZeitung, Ausgabe 29/2019 | Kathrin Albrecht

Wer den Jakobsweg gegangen ist, wird sich vielleicht an das überwältigende Gefühl erinnern, wenn er am Ende des Weges und am Ziel angelangt ist: der Kathedrale von Santiago de Compostela, die dem Apostel Jakobus geweiht ist.

Die gewaltige Kathedrale wurde im 11. Jahrhundert zu Zeiten Alfonsos VI. (der Tapfere) begonnen. Steigt man die Stufen zum Hauptportal hinauf, empfängt einen der „Portico de la Gloria“, das „Tor der Seligkeit“. Meister Matteo schuf den Portico, der wohl zu den schönsten romanischen Portalen in Spanien zählt, und verwirklichte mit ihm ein ehrgeiziges Werk, das zugleich von spiritueller Tiefe durchdrungen und von der Offenbarung des Johannes inspiriert worden ist. Den beiden Autoren, Rudolf Hagmann und Wolfgang Schneller, geht es in ihrem Buch weniger um eine kunsthistorische Betrachtung. Eben die spirituelle Dimension des Porticos möchten sie dem Betrachter und Pilger nahebringen. Das dreitilige Portal sei wie ein aufgeschlagenes Buch, das den Weg des Menschen mit Gott immer wieder neu beschreibe, schreiben die beiden. Die Hauptfiguren des Portals werden ausführlich beschrieben, kleine Impulse und Gebete ergänzen die Erläuterungen. Mit knapp 50 Seiten und im handlichen Format ist es auch ein idealer Begleiter auf dem nächsten Weg nach Santiago de Compostela.

Rudolf Hagmann/Wolfgang Schneller: Himmelweit offen. Ein spiritueller Führer durch den Portico de la Gloria in der Kathedrale von Santiago de Compostela. 48 Seiten, 45 Abb., Kunstverlag Josef Fink 2019, 5,– Euro.