Alte Volkskultur

Tyrolia-Verlag gibt Passionskrippe zum Selberbasteln heraus

Tiroler Passionskrippe (c) Tyrolia-Verlag
Di 11. Feb 2020
Aus der KirchenZeitung, Ausgabe 07/2020

Parallel zur Weihnachtskrippe entwickelte sich in der Barockzeit in Tirol der Brauch, auch die Passion Christi mit Figuren nachzustellen.

Die bedeutendsten Tiroler Künstler des 18. und 19. Jahrhunderts stellten sich der Herausforderung, auf kleinstem Raum detailreiche und ausdruckstarke Figuren zu schaffen. Einige wenige – wie jene von Josef Arnold dem Älteren (1788 bis 1879) – erschienen später als Druck und ermöglichten es auch ärmeren Bevölkerungsschichten, künstlerisch hochwertige Figuren in ihrer  häuslichen Fasten- oder Passionskrippe aufzustellen. Der vorliegende Reprint mit 50 Figuren in Originalgröße enthält die Szenen Ölberg, Gefangennahme, Geißelung, Dornenkrönung, Verspottung, Kreuzweg und Kreuzigung. Er besticht durch die drastische Mimik und Gestik der Folterknechte und Spötter sowie durch den Detailreichtum in Kleidung und Ausrüstung.  Eine kreative Idee mit alten Wurzeln, die geeignet ist, mit Kindern in Schule, Pfarrei oder Familie das Passionsgeschehen lebensnah nachzuvollziehen. Josef Arnold d. Ä. wirkte vor allem als Kirchenmaler im Nazarenerstil, so unter anderem in Gries am Brenner und in Kufstein.

Verband der  Tiroler Krippenfreunde (Hg.): Tiroler Passionskrippe. Papierkrippe von Josef Arnold d. Ä.,  4 Bögen á 35 x 28 cm, 50 farb. Fig., Tyrolia-Verlag, Innsbruck-Wien 2015, Preis:  14,95 Euro