Aufgabe Mensch

Ein Standpunkt von Dorothée Schenk

Dorothee Schenk
Di 13. Feb 2018
Aus der KirchenZeitung, Ausgabe 07/2018
Mütter waren in jeder Kultur und in jedem Religionskreis etwas Besonderes, Schützenswertes.

Sie waren der Inbegriff des neuen Lebens. Heute sind Mütter vor allem medizinisch gesehen „pathologische Fälle“, denen schnell geholfen werden muss. Fast jedes dritte Kind kommt per Kaiserschnitt zur Welt. Wirtschaftlich gesehen sind Mütter ein großer Faktor, weil sie bereit sind, dem Kind das Beste zu bieten. Es geht dabei weniger um den Menschen, um das neue Leben. Zeitschriften – und damit sind nicht einmal jene rund um das Thema Mutter und Kind gemeint – beschäftigen sich mit psychologischen Betrachtungen. Es verursacht Gänsehaut, wenn Mutterschaft als schlimmster Fehler in der Lebensentscheidung bezeichnet werden, von Burnout und Co. die Rede ist. Welch ein furchtbarer Start in ein gemeinsames Familienleben?

Zur Klarstellung: Als berufstätige Mutter zweier Kinder weiß ich, dass Familie immer anstrengend ist, es Durststrecken durchzuhalten gilt und zur Freude auch die Träne im Knopfloch gehört. Aber das ist „normal“, und Schwangerschaft und Mutter werden und sein haben es verdient, diesen wunderbar normalen Status zurück zu bekommen. Mit der sinkenden Zahl an Hebammen, die früher auch die Begleitung in der Schwangerschaft und die Nachsorge übernommen haben, kann eine Doula hier genau wieder dieses Selbstbewusstsein und Selbstverständnis vermitteln. Frauen brauchen Mut und Vertrauen, wenn sie ihre Aufgabe annehmen und ausfüllen wollen.

Die Autorin ist freie Journalistin und Redakteurin der KirchenZeitung für das Bistum Aachen.